Beerenwanze bekämpfen oder vielleicht lieber nicht?
Wenn ein Tier wie die Beerenwanze Obstbäume und –sträucher im Garten befällt, dann kann dies äußerst ärgerlich sein. Bekämpfen kann man solche Wanzen unter anderem mit einigen natürlichen Mitteln.
Dass in der Natur Schaden und Nutzen mitunter sehr eng miteinander verwoben sind, das wird wohl mittlerweile niemand mehr ernsthaft bestreiten. So sorgen Stürme beispielsweise dafür, dass Wälder die notwendige Ausdünnung erfahren und ein Vulkanausbruch bringt letztendlich fruchtbare Erde hervor. Und auch in der Tierwelt liegen die Dinge nicht immer so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Bestes Beispiel – die sogenannte Beerenwanze. Dabei handelt es sich um ein Insekt, das zwischen 10 und 12 Millimetern lang wird und Obstbauern und Hobbygärtner mitunter zur Verzweiflung treibt. Denn die Beerenwanze befällt vornehmlich Obststräucher wie Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren, wo sie großen Schaden anrichtet. Dies geschieht, in dem die Wanzen das Innere der Beeren heraussaugen und gleichzeitig ihren eigenen Speichel in das Innere der Frucht abgeben. Dies hat zur Folge, dass der Reifungsprozess der betroffenen Beeren sich verzögert oder sogar komplett gestoppt wird. Darüber hinaus werden die Beeren durch das Speichelsekret der Beerenwanze für den Menschen ungenießbar, da die Beeren durch das Sekret einen äußerst unangenehmen Geschmack erhalten. Andererseits ist die Beerenwanze jedoch auch ein natürlicher Fressfeind der Blattläuse, Spinnenmilben und kleinerer Raupen und sorgt so dafür, dass sich diese Tiere, die den Pflanzen weitaus größeren Schaden zufügen, nicht übermäßig im Garten oder der Obstplantage vermehren. Sind nur einige wenige Obststräucher befallen, sollte man sich deswegen überlegen, ob eine Bekämpfung der Beerenwanze tatsächlich sinnvoll ist.
Soll der Befall von Obststräuchern durch Beerenwanzen bekämpft werden, bietet sich eine Vielzahl natürlicher Methoden an. Eine der effektivsten Methoden besteht dabei darin, die Wanzen am frühen Morgen von den Pflanzen abzusammeln. Allerdings ist dies eine sehr mühsame Methode, zumal die Tiere wegen ihrer geringen Größe auf den Pflanzen teilweise nur sehr schwierig zu sehen sind. Etwas einfacher und mindestens genauso effektiv ist es deswegen, die Sträucher regelmäßig in einen Eimer mit Spülwasser abzuklopfen. Auch das regelmäßige Bespritzen der betroffenen Bäume oder Sträucher mit einer Schmierseifenlauge wirkt meist recht gut gegen den Befall der Beerenwanze. Diese Behandlung sollte allerdings möglichst am frühen Morgen erfolgen und nach fünf bis sieben Tagen wiederholt werden. So lange, bis der Befall zurückgeht. Eine weitere Möglichkeit zur Bekämpfung der Beerenwanze ist die Ansiedlung von Fressfeinden, über die diese Wanzenart reichlich verfügt. Schlupfwespen gehören beispielsweise dazu, ebenso Raupenfliegen und vor allem bestimmte Vogelarten. Werden diese Vogelarten gezielt im eigenen Garten angesiedelt, beispielsweise indem man eine entsprechende Umgebung für gerade diese Art von Vögeln schafft, wird das Problem mit den Beerenwanzen meist deutlich reduziert. Ähnliches gilt für die Ansiedlung von Amphibien, die ebenfalls zu den natürlichen Fressfeinden dieser Wanzenart gehören.
Eine chemische Bekämpfung der Beerenwanze ist in der Regel nicht möglich, da es kein zugelassenes chemisches Mittel speziell gegen diese Wanzenart gibt. Entsprechende Mittel gegen so genannte „saugende Insekten“ wiederum helfen nur sehr bedingt und richten im Zweifelsfalle auch unter den Früchten deutlich mehr Schaden als Nutzen an.